Ein paar Antworten auf ein paar Fragen

Fragt ihr Euch manchmal, wo all diese Fremdwörter plötzlich herkommen? Warum man Prototypen, Intrapreneure und Value Propositions braucht? Wir wollen hier einige dieser Begriffe zu erklären. Und wenn Euch ein Wort fehlt, dann schreibt uns gerne.

Was ist soziale Innovation?

Soziale Innovationen sind Ideen und deren Umsetzung, die soziale Bedürfnisse besser erfüllen als bereits existierende Herangehensweisen.

Eine schon etwas ältere Definition der EU trifft‘s unserer Meinung nach ganz gut:

„Social Innovations are innovations that are social in both their ends and their means. Specifically, we define social innovations as new ideas (products, services and models) that simultaneously meet social needs (more effectively than alternatives) and create new social relationships or collaborations. They are innovations that are not only good for society but also enhance society’s capacity to act. (Bureau of European Policy Advisers 2010, 9)

Was ist Social Entrepreneurship und Social Business?

Ist das neu oder kann das weg? Man wird sich nicht so recht einig, was denn nun dieses Social Entrepreneurship ist und wie man es definieren soll. Für uns ist es ein Phänomen, das kleinen Akteuren zugeschrieben wird, die (zumeist) losgelöst von etablierten Organisationen mit einer sozialen Mission an den Markt treten, um diese dort zu finanzieren. Neu ist dabei nicht unbedingt, was sie tun, sondern wie sie es tun. (siehe Frage: Warum muss das alles unternehmerisch sein?)

Social Entrepreneurship ist für uns ein Überbegriff über Ideen, die sozial und unternehmerisch gedacht und umgesetzt werden. Egal, ob sie sich dann am Ende komplett selbst finanzieren oder ob sie auch Fördergelder bekommen.

Social Business ist etwas spezifischer die Organisation, die als soziales Unternehmen geführt wird. Hierfür ist die Definition von Mohammad Yunus passend.

grameen social business

Was sind Social Intrapreneure?

Social Intrapreneurship ist im Prinzip das gleiche wie Social Entrepreneurship. Nur dass es innerhalb einer Organisation stattfindet und deswegen andere Rahmenbedingungen vorhanden sind. Social Intrapreneure schaffen Mehrwerte für die Organisation, in der sie arbeiten. Sie sind Experten/innen in ihrem Gebiet und entwickeln Ideen, wie sie die Bedarfe ihre Zielgruppen besser befriedigen können.

Warum brauchen wir ein Social Innovation Lab?

Weil wir viele Köpfe brauchen und an jeder Stelle eine Expertin, um richtig gute Innovationen zu entwickeln. Wer schon mal eine Webseite gebaut hat, weiß, wie viele daran mitwirken müssen, damit am Ende Texte, Codes und Fotos passen. Und jetzt frag Dich mal, wie viele es braucht, um Herausforderungen in Bereichen wie Integration, Inklusion und Pflege zu lösen.

Bei unternehmerisch gehen bei mir die Alarmglocken an und ich denke an Kapitalismus und Systemkritik. Warum muss das alles unternehmerisch sein?

Für uns ist „unternehmerisch“ kein systemisches Statement, sondern eine Haltung. Wir meinen damit nicht betriebswirtschaftliche und effizienzdominierte Konzepte, sondern das proaktive, kreative, innovative und risikobereite Moment des Unternehmerischen: Wir wollen soziale Akteure ermutigen, Probleme proaktiv zu anzugehen, mit kreativen Methoden innovative Lösungen zu entwickeln und diese risikobereit umzusetzen. Unternehmer/innen nutzen bestmöglich ihre vorhandenen Möglichkeiten und Ressourcen und kombinieren sie geschickt neu. Wir handeln unternehmerisch, nicht, um den Cashflow zu maximieren, sondern um soziale pains zu mindern.

Innovationskraft als die Suche nach kreativen Lösungen für Probleme und Bedarfe.

Risikobereitschaft als die Bereitschaft, Ressourcen für Möglichkeiten einzusetzen, die ein entscheidendes Risiko für Verlust dieser Ressourcen beinhalten.

Proaktivität als die Bereitschaft, neue Wege und Möglichkeiten vor anderen zu erproben.

Welchen Mehrwert hat die Zusammenarbeit von Social Startups und etablierten Wohlfahrtsorganisationen im Sozionauten-Programm?

„Trägern der freien Wohlfahrtspflege kommt aus der Innovationsperspektive eine doppelte Rolle zu. Zum einen können sie durch ihre ausdifferenzierte Strukturen und besseren finanziellen Möglichkeiten der Unterstützung und Verbreitung von sozialunternehmerischen Initiativen dienen. Zum anderen können sie selbst innovative Lösungen entwickeln und umsetzen (‚Intrapreneurship’). Innovationen in etablierten, größeren wohlfahrtlichen Organisationen sind eine wichtige Voraussetzung, um die Existenz der Organisation an (Quasi-)Märkten zu sichern. Zudem bestehen hier oftmals aus Ressourcensicht günstigere Voraussetzungen, um innovative Lösungen auszuprobieren. Governance- und interne Kommunikations- Strukturen müssten dementsprechend innovationsfreundlich gestaltet sein, zum Beispiel in Form interner Innovationsfonds, die kompetitiv vergeben werden.“ (Mercator-Stiftung)

Welche Zielgruppen habt ihr?

Zielgruppen, für die bei uns soziale Innovationen entwickelt werden, sind Menschen mit Behinderung, ältere Menschen, Menschen mit Pflegebedarf, Menschen mit Fluchthintergrund, Langzeitarbeitslose, Jugendliche aus sozial schwachen Familien oder andere sozial schwächer gestellte Menschen.

Unsere direkten Zielgruppen als Social Innovation Lab sind dagegen Social Start-ups und Social Intrapreneurs.